Kölner Förderschule wird Kompetenzzentrum

Die Johann-Joseph-Gronewald-Förderschule im Kölner Stadtteil Lindenthal wird ab dem Schuljahr 2010/2011 zum Kompetenzzentrum sonderpädagogischer Forschung. Der Antrag auf Einrichtung eines solchen Zentrums war demnach erfolgreich. „Ziel ist es, noch mehr wohnortnahe und individuelle Förderung zu erreichen und das gemeinsame Leben und Lernen von Kindern und Jugendlichen mit und ohne Handicap noch stärker als bisher in den Blick zu nehmen“, kommentierte Dr. Martin Schoser, CDU-Stadtrat und Mitglied im Kölner Schulausschuss. Der Landtagskandidat der CDU für den Wahlkreis freute sich über die damit verbundene Wertschätzung der bisher geleisteten Arbeit an der Schule, die sich Trägerschaft des Landschaftsverbands befindet. Nach Aussage des Schulträgers ermöglicht der neue formelle Status eines Kompetenzzentrums völlig neue Möglichkeiten der Kooperation mit anderen Schulformen. So können zukünftig Fachkräfte der Förderschule auch an anderen Schulen beratend tätig werden. Das sei ein wichtiger Schritt für die Umsetzung von Konzepten des Gemeinsamen Unterrichts (GU), der als Schlüsselaufgabe für die Bildungspolitik angesehen wird.

Die nun erfolgte Anerkennung durch das nordrhein-westfälische Schulministerium folgte einer Expertenempfehlung. Die Kompetenzzentren führen die Systeme "Förderschule" und "gemeinsamer Unterricht" in einem örtlichen Netzwerk zu einem Gesamtsystem sonderpädagogischer Förderung zusammen. Zudem werden alle Maßnahmen der sonderpädagogischen Förderung durch eine effektive Bündelung von Unterricht, Diagnose, Beratung und wohnortnaher Prävention qualitativ weiter entwickelt und wirkungsvoll an Förderschulen und im allgemeinen Schulsystem verankert. Der LVR betreibt bereits seit dem Schuljahr 2008/09 ein Kompetenzzentrum in Oberhausen, das von der dortigen LVR-Förderschule für körperliche und motorische Entwicklung und der städtischen Schillerschule für geistige Entwicklung gebildet wird. Ein Sprecher des Landschaftsverbandes nannte als Beispiel der dortigen praktischen Zusammenarbeit die Einrichtung einer integrativen Sportgruppe. Neben der Kölner Gronewald-Förderschule waren auch die Anträge für die LVR-David-Hirsch-Schule Aachen (ebenfalls Förderschwerpunkt Hören und Kommunikation) und die LVR-Louis-Braille-Schule Düren (Sehen) erfolgreich. Damit werden ab Schuljahr 2010/2011 insgesamt vier LVR-Schulen als Kompetenzzentren betrieben. Im Rahmen der so genannten dritten Welle werden zum kommenden Schuljahr landesweit 20 neue Kompetenzzentren für Förderschulen eingerichtet. Die Gesamtzahl aller Kompetenzzentren wird dann bei 50 liegen.

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