Verwaltung sieht keine Chance für die Bäume im Patientengarten - Demo gegen Neubau

Fledermäuse sind die letzte Hoffnung

LINDENTHAL. Wenn Du glaubst, es geht nichts mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her. In diesem Fall sogar eine ganze Menge. Aber ob das etwas am Verfahren ändert? Mit einem Fackelzug demonstrierten Anwohner und Politiker aus der Nachbarschaft gegen die geplante Abholzung des Patientengartens der Uni-Kliniken an der Johann-Stelzmann-Straße. Beiderseits der Straße sollen nahezu 200 bis zu 80 Jahre alte Bäume gefällt werden. An deren Stelle ist der Bau des so genannten Cecad-Labors und des Max-Planck-Institut für die Biologie des Alterns geplant.

 

Bauherr macht mächtig Druck

Die Demo war parteiübergreifend. Aufgerufen hatten die Lindenthaler Bezirksbürgermeisterin Helga Blömer-Frerker (CDU) und ihr Stellvertreter Roland Schüler von den Grünen, die Interessengemeinschaft Baum und die SPD-Fraktion im Stadtbezirk Lindenthal, die mit ihrer Fraktionsvorsitzenden und Landtagskandidatin Lisa Steinmann vertreten war. Gekommen war auch CDU-Ratsmitglied Dr. Martin Schoser, der für die Christdemokraten im nächsten Jahr in den Landtag einziehen möchte.

 

 

Doch glaubt man der Verwaltung, ist alles Demonstrieren gegen die Abholzung und die anschließende Bebauung des Patientengartens vergebens. Achim Moers, Leiter der Unteren Landschaftsbehörde, war eigens in der Lindenthaler Bezirksvertretung erschienen, um den Politikern zu erklären, warum seine Behörde dem Abholzen der Bäume zustimmen muss. Aus Sicht der Verwaltung ist das Max-Planck-Institut nämlich keine private Institution, sondern entspricht dem universitären Zweck, wie Claudia Rieck vom städtischen Amt für Wirtschaftsförderung den Bezirksvertretern mitteilte. "Das Max-Planck-Institut und das Cecad-Labor dienen den Uni-Kliniken und damit auch dem Wissenschaftsstandort Köln", so Moers gegenüber den kritischen Bezirksvertretern.

"Die Verwaltung befindet sich gegenüber dem Bauherrn, dem Max-Planck-Institut, stark in Verzug", ergänzte Moers. Seine Behörde habe bislang keine Baugenehmigung erteilt. Deshalb sei es im Verfahren zu Verzögerungen gekommen, die der Bauherr nicht zu verantworten habe. "Das Max-Planck-Institut wollte dieses Projekt längst in der Ausschreibung haben", begründete Moers die Eile, mit der die Verwaltung die entsprechende Vorlage nun durch die politischen Gremien drückt. Ganz wohl war ihm dabei anscheinend auch nicht: "Wir haben keine andere Wahl. Sonst kommen eventuelle Schadensersatzforderungen auf die Stadt zu."

Trost erfuhr der Behördenleiter von Roland Schüler: "Sie können ja nichts dafür, dass der Bauherr jetzt so einen Stress macht, sein Gebäude dahin zu stellen." Schüler verwies auf den Beschluss der Bezirksvertretung, die sich strikt gegen das Abholzen der Bäume ausgesprochen hatte. Nach Meinung der Bezirksvertreter ist das Max-Planck-Institut nämlich ein privates Unternehmen, das auf dem in Rede stehenden Gelände nicht bauen darf, weil dort nur Universitätsgebäude gebaut werden dürfen. Dagegen steht die Verwaltungsmeinung.

Und gegen die stehen die Bürger. "Die Patienten sind doch heilfroh, wenn sie an Stelle der öden Klinikflure mal ein bisschen Grün sehen. Wir können doch nicht das ganze Uni-Kliniken-Gelände zubauen", sagte Ulla Theisling, eine der Demonstrantinnen am Bauzaun. Letzte Hoffnungen setzen die Max-Planck-Gegner auf die Fledermäuse. Sollte man welche im Patientengarten finden, könnte man die Baugenehmigung vielleicht noch aufhalten. Die Mitarbeiter von Achim Moers werden in Kürze damit beginnen, in Baumhöhlen nach den Nachtseglern zu suchen.

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