Konrad-Adenauer-Preis der Stadt Köln für Vitali Klitschko

Die Ukraine zu einem demokratischen, europäischen Land machen

Die Stadt Köln hat heute im Historischen Rathaus in Anwesenheit zahlreicher Mitglieder von Politik und Verwaltung den Bürgermeister der ukrainischen Hauptstadt Kiew, Vitali Klitschko, mit dem Konrad-Adenauer-Preis geehrt. Oberbürgermeister Jürgen Roters hob hervor, dass Klitschko für eine umfassende Reform des politischen und gesellschaftlichen Systems in der Ukraine stehe. Er sei die Gallionsfigur der Massenproteste auf dem Maidan gegen das damalige Regime. Mit dem ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko verbinde ihn das Ziel, die Ukraine zu einem demokratischen, europäischen Land zu machen.

Die völkerrechtswidrige Annexion der Krim könne und dürfe von der Europäischen Union nicht anerkannt, gewaltsame Grenzverschiebungen sowie Krieg als Mittel der Politik in Europa nicht akzeptiert werden.

Klitschko dankte für den Preis und äußerte sich zur politischen Situation in der Ukraine. Diese Aufgabe sei in vielerlei Sicht extrem herausfordernd. Sein Land leide massiv unter der russischen Aggression. So sei der Tod ungezählter Menschen zu beklagen, man leide unter katastrophalen wirtschaftlichen Folgen und müsse als Stadt nicht nur riesige eigene Probleme meistern, sondern zugleich den Flüchtlingen aus dem Osten des Landes Hilfe und Unterstützung anbieten. Er warb um Touristen und Investoren. Klitschko schloss mit den Worten: „Ohne Kampf gibt es keinen Sieg“.

Auch die Laudatio des Leipziger Bürgermeisters Burkhard Jung bezogen eindeutig Stellung für eine europäischen Ukraine. Er verortete Kiew in der Mitte Europas und sprach von der Wunde Ukraine, die weiter schwäre und nichts gelöst sei. Leipzig hat seit vielen Jahren eine Städtepartnerschaft mit Kiew. Dr. Martin Schoser MdR, in 2001 Mitinitiator des Konrad-Adenauer-Preises der Stadt Köln, begrüßte die Wahl des Kuratoriums. Die Auszeichnung sei mit Blick in die Zukunft getroffen worden und werde mit dazu beitragen, Klitschko auf seinem weiteren politischen Weg zu unterstützen.

Der Konrad-Adenauer-Preis der Stadt Köln

Der Konrad-Adenauer-Preis ist nach dem Ehrenbürger und früheren Oberbürgermeister Kölns benannt. Mit dem Preis werden Personen ausgezeichnet, die sich in besonderer Weise den Herausforderungen der Gegenwart und der Zukunft stellen, wie es Adenauer zu seiner Zeit getan hatte. Alle zwei Jahre würdigt die Stadt Köln daher "innovative und mutige Beiträge zur Entwicklung einer lebenswerten Großstadt weltweit, zur europäischen Integration oder zur Wahrung und Stärkung der kommunalen Selbstverwaltung im zusammenwachsenden Europa". Diese drei Bereiche spiegeln das Lebenswerk von Konrad Adenauer als Kommunalpolitiker, Staatsmann und überzeugtem Europäer wider. 

Dr. Vitali Klitschko wurde 1971 im heutigen Kirgisistan geboren. Der ehemalige ukrainische Profiboxer, Politiker und Gründer der Partei UDAR "Ukrainische demokratische Allianz für Reformen" wurde am 25. Mai 2014 zum Bürgermeister von Kiew gewählt.

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