Straßenbahnen sollen langsamer in überfüllte Haltestellen einfahren

Aktion der Initiative "Sicherer Schulweg" in Lindenthal

Die Haltestellen seien in den Stoßzeiten so voll, dass jederzeit die Gefahr bestehe, dass ein Kind unter die Bahn gerate, so Jörg Aprath, Sprecher der Initiative "Sicherer Schulweg", die Elternvertreter der Schulen im Umfeld von KVB-Haltestellen gegründet haben. Während zwei morgendlichen Demonstrationen an und auf den Bahnsteigen machten sie und ihre Kinder ihrem Ärger über die Untätigkeit von KVB und Verwaltung Luft. Sie seien in großer Sorge um die Gesundheit und Unversehrtheit der Kinder, die täglich ihren Schulweg zu den Lindenthaler und Klettenberger Schulen bewältigen müssten, so die Initiative.

Mehrfach, zuletzt im Juni 2013, sei ein Kind auf der Luxemburger Str., Haltestelle Arnulfstr. von einer Straßenbahn erfasst und schwer verletzt worden. Auf der Aachener Str., Haltestelle Melaten wurden ebenfalls mehrere Kinder bei Unfällen mit der Straßenbahn schwer verletzt. Im Juni 2013 kam ein Kind ums Leben.

Die Leitungen von zwölf Schulen und die Schulpflegschaften dieser Schulen wollen die an den beiden genannten Haltestellen herrschenden Zustände nicht weiter hinnehmen. Hauptsächlich morgens in der Zeit vor Schulbeginn, aber auch mittags zum Schulende seien die Kinder großen Gefahren ausgesetzt. Dies betreffe sowohl die Straßenübergänge an den Haltestellen Luxemburger Str./Arnulfstr., als auch Aachener Str./Melaten. Ein erstes Gespräch mit dem Vorstand der KVB und Vertretern der Stadt Köln und  der zuständigen Polizeistellen Mitte Januar habe erste Ansatzpunkte für mögliche Verbesserungen ergeben. Hieraus müsse ein konkretes Maßnahmenbündel erarbeitet, beschlossen und umgesetzt werden.

Zahlreiche Kommunalpolitiker folgten der Einladung der Initative zum Aktionstag vor Ort am Montag, 20. Januar 2014 um 7.30 Uhr, darunter Bezirksbürgermeisterin Helga Blömer-Frerker und die örtlichen CDU-Ratskandidaten Dr. Martin Schoser und Dr. Klaus Zimmermann. „Sichere Schulwege für die Kinder im Stadtbezirk ist uns ein ganz wichtiges Anliegen“, so Schoser.

Die Initiative will als erstes erreichen, dass die Straßenbahnen langsamer in die überfüllten Haltestellen einfahren, was man kurzfristig und ohne jeden finanziellen Aufwand umsetzen könne. Es genüge eine Anweisung an die Fahrer, die es konkret bislang nicht gebe. Die Grünphasen für die Fußgänger sollen verlängert werden. Für die Aachener Straße soll eine sofortige Rotschaltung aller Fußgängerampeln in der Nähe eingerichtet werden, wenn sich eine Straßenbahn nähert. Gleichzeitig will man erreichen, dass optische und akustische Signale die Schüler auf einfahrende Bahnen aufmerksam machen.

Katja Hammerschmidt, stellvertretende Schulpflegschaftsvorsitzende des Apostelgymnasiums, forderte beim Aktionstag, vor Schulbeginn und nach Schulschluss mehr Bahnen einzusetzen. Auch die Idee, drei statt zwei Wagen an entsprechend verlängerten Bahnsteigen fahren zu lassen, wäre aus ihrer Sicht ein Schritt in die richtige Richtung. Problematisch sei, dass nach Schulschluss viele Bahnen schon überfüllt an der Haltestelle Melaten ankämen. Da seien dann schon Schüler des Gymnasiums Kreuzgasse und Studenten der Universität zugestiegen. Dann können unsere Kinder nicht einsteigen, die Bahn fährt weiter, der Bahnsteig wird immer voller", hat Hammerschmidt beobachtet. Oder es wird stark gedrängt, schließlich wollten die Kinder vielfach ihre Anschlussbusse erreichen.

Die Schulen hätten getan, was ihnen möglich sei. Die Schulschlusszeiten von der Liebfrauenschule und des Apostelgymnasiums habe man beispielsweise verändert, so dass nicht alle Kinder gleichzeitig die Schule verlassen. Die Mitwirkenden der Initiative jedenfalls wollen nicht mehr locker lassen: Eine Problemlösung sei dringend geboten - KVB und Stadtverwaltung seien jetzt gefordert.


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