Mein Grußwort beim Honigtag 2011 des Imkerverbandes Rheinland e.V.

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Imkerinnen und Imker,
vielen Dank für Ihre heutige Einladung. Ich freue mich, als Kölner Mitglied des Ausschusses Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes NRW heute hier bei Ihnen sein zu dürfen.
Auch hier in Köln war vor einiger Zeit die Wanderausstellung „Bienen – Heimliche Helden der Natur“ zu sehen. Dabei wurde eine besondere Aufmerksamkeit für Kinder und Jugendliche auf den großen Beitrag der winzigen Bestäuber gerichtet. Interaktiver Spaß und eindrucksvolle Exponate erzählten vom Leben der Bienen, ihrer Bedeutung als Bestäuber und ihrem Nutzen für die Menschen.

Ich finde es wichtig, jungen Menschen auf unterhaltsame Weise Wissen zu vermitteln, ihre Begeisterung für Bienen zu wecken und ihnen mit Geschichten die winzigen Bestäuber nahezubringen. Wir müssen sie dafür sensibilisieren, dass wir nicht achtlos mit den Schätzen der Natur umgehen und sie für das Zusammenleben von Mensch und Biene interessieren.

Rund 80 Prozent aller Pflanzenarten sind auf eine Fremdbestäubung angewiesen und davon werden wiederum ca. 80 Prozent durch Honigbienen bestäubt. Außerdem sind Bienen auch Nutztiere. Die weltweite Wirtschaftsleistung der Honigbienen und anderer bestäubenden Insekten beträgt etwa 153 Milliarden Euro. In Deutschland erreicht der Nutzwert der Tiere etwa vier Milliarden Euro. Damit ist die Honigbiene nach Rindern und Schweinen das drittwichtigste Nutztier und bedarf daher auch eines besonderen Schutzes und der Fürsorge durch uns Menschen.

Hierzu trägt auch eine weiterhin gute Zusammenarbeit von Politikern, Imkern und Landwirten bei. Das Verhältnis der Imker zu den Landwirten scheint sich in den letzten Jahren verbessert zu haben. Beiden Seiten sehen unter anderem die Abhängigkeit bei der Bestäubung und beim Thema `Blühende Landschaften`. Das letztgenannte Netzwerk und dieses Themenfeld insgesamt sind ja auch  im Fokus der Politik. So hat sich die Stiftung Rheinische Kulturlandschaft intensiv mit dem Thema und mit Blühstreifen befasst und z.B. hier auf Kölner Stadtgebiet einiges im Rahmen von Kompensationsmaßnahmen umgesetzt

In den Blick nehmen müsste man vielleicht die Maisfelder. Sie sind im Herbst keine gute Tracht für Honigbienen, die zu dieser Zeit dringend wertvolle Pollen für die Aufzucht der Winterbienen benötigen. Wir müssen uns daher ernsthaft Gedanken machen, wie wir den Bienen auch im Herbst eine ausreichende Nahrungsvielfalt anbieten können, damit sie sich gut auf den Winter vorbereiten können. Insgesamt begrüße ich es auch sehr, dass das Thema Imkerei in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen hat und stark in den Fokus der Öffentlichkeit und auch der Politik  gerückt ist. So hat sich die Landespolitik zum Beispiel mit der Gefährdung und Entwicklung der Bienen-Population und möglichen Maßnahmen der Landesregierung etwa hinsichtlich der Prüfung von Maßnahmen zur Bekämpfung der Varroamilbe befasst.

Mit großem Interesse verfolge ich persönlich Maßnahmen und Projekte, die im `Bereich Jugendliche` und im `Bereich Stadt` durchgeführt werden. Dazu zählen etwa `Bienen machen Schule` oder `Rent a Bee - Miete einen Bienenstock`, bei dem interessierten Städtern für eine Gebühr ein Jahr lang ein Bienenvolk zur Verfügung gestellt und erklärt wird, wie das Volk fachgerecht gepflegt und großgezogen wird. Dazu gehört auch, dass der Kölner Imkerverein von 1882 e.V. ca. 100 aktive Mitglieder hat, die sich mit ihren Bienen nicht nur über das Kölner Stadtgebiet, sondern auch in stadtrandnahen Gebieten engagieren und die Nachwuchsförderung im Blick haben.

Internetangebote wie das Portal „Die Honigmacher“ halte ich für wichtig, damit Honig nicht nur als süßer Brotaufstrich aus dem Supermarkt wahrgenommen wird, sondern Respekt vor der Leistung der Bienen entsteht und Honig auch als ein wertvolles Naturprodukt zu schätzen gelernt wird. Manche wilde Pflanzenart gäbe es ohne die Bestäubung durch die Bienen überhaupt nicht mehr. Ohne Bienen hätten wir also eine bedeutend eintönigere Flora als es heute der Fall ist.

Als Imkerinnen und Imker leisten Sie damit einen wichtigen Beitrag zum Naturschutz und zur Artenvielfalt unseres Landes - dafür möchte ich Ihnen an dieser Stelle gerne meinen herzlichen Dank aussprechen.
Ich wünsche Ihnen für Ihren diesjährigen Honigtag und Ihre Schulungsveranstaltungen zu aktuellen Themen wie der Gesundheitsförderung durch Honig viel Erfolg und ein gutes Gelingen.
Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!

www.imkerverbandrheinland.de/

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